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StatistikRadiologie-Reinerträge haben 2023 zugelegt

27.02.2026Ausgabe 3/20264min. Lesedauer
Von Alexandra Buba M. A., Wirtschaftsjournalistin, Fuchsmühl

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat die Kosten- und Ertragsstatistik von Arztpraxen für das Jahr 2023 veröffentlicht (s. a. „Praxiseinnahmen aus Privatliquidation steigen“, in RWF Nr. 02/2026). Es folgen die Ergebnisse einer Datenauswertung speziell für das Fachgebiet Radiologie.

Überblick

Aus den Daten des statistischen Berichts „Kostenstrukturstatistik im medizinischen Bereich“ (online bei Destatis unter iww.de/s14976) ergibt sich ein Zuwachs der Reinerträge der Praxen des Fachgebiets Radiologie um 4,6 Prozent auf 1,286 Mio. Euro in 2023. Ein Rekordergebnis ist dies aber nicht: Vielmehr knüpft der Fachbereich Radiologie damit an das Jahr 2021 an. Die Gesamtentwicklung in 2023 ist vor allem auf die positive Einnahmeentwicklung bei den Einzelpraxen sowie eine nur sehr moderate Kostensteigerung zurückzuführen.

Erträge nur in den Einzelpraxen angestiegen

Die Radiologie ist einer der Fachbereiche, die im Jahr 2023 einen Zuwachs der durchschnittlichen Reinerträge bzw. Gewinne im Vergleich zu 2022 verzeichnen konnten. So stiegen die durchschnittlichen Reinerträge je Praxis von 1,230 auf 1,286 Mio. Euro an. Das entspricht einem prozentualen Anstieg von 4,6 Prozent. Im Vorjahreszeitraum hatte diese Entwicklung noch anders ausgesehen. Von 2021 auf 2022 waren die Gewinne in der Radiologie noch um 4,1 Prozent gesunken. Damit konnte der Fachbereich durch den Zugewinn im Jahr 2023 lediglich wieder an das Jahr 2021 anknüpfen, als die durchschnittlichen Reinerträge je Praxis schon einmal bei 1,282 Mio. Euro lagen und damit auf dem Niveau wie in 2023 waren.

Getragen wurde die positive Entwicklung maßgeblich von den Einzelpraxen. Denn auch wenn ihre Zahl erneut abnahm und zuletzt bei nur noch 200 Einzelpraxen gelegen hat, steigerten diese die durchschnittlichen Erlöse von 511.000 Euro auf 696.000 Euro in 2023. Bei den fachgleichen Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) stellt sich die Situation dagegen anders dar: Hier sanken die Reinerträge je BAG im Jahr 2023 im Durchschnitt um 3,0 Prozent von 4,741 Mio. Euro in 2022 auf 4,598 Mio. Euro in 2023.

Einnahmen steigen schneller als die Kosten

Haupttreiber des Gewinnzuwachses waren steigende Einnahmen: So stiegen die erwirtschafteten Umsätze in den Einzelpraxen von 1,628 auf 1,882 Mio. Euro an. Das entspricht einem relativen Zuwachs von 15,6 Prozent. Der Zuwachs stammt überwiegend aus der Privatabrechnung (58,6 Prozent der Einnahmen), während in den fachgleichen BAG noch 52,0 Prozent des Umsatzes aus Kassenabrechnung resultierten.

Insgesamt lag das Verhältnis in den Radiologiepraxen (Einzelpraxen und BAG) im Jahr 2023 bei 48,6 Prozent Kasse, 42,4 Prozent privat und 8,9 Prozent sonstige selbstständige ärztliche Tätigkeit.

Die Verschiebung der Anteile von Kasse nach privat legt den Schluss nahe, dass die Erlöseinbußen der fachgleichen BAG größtenteils auf sinkende Kassenerlöse zurückzuführen sind (durchschnittlicher Rückgang der Einnahmen aus Kassenabrechnung von 2022 zu 2023 um 188.000 Euro je BAG).

Umsatzrenditen zwischen 31,4 und 37,0 Prozent

Wie dynamisch und heterogen sich die Praxislandschaft in der Radiologie zuletzt entwickelt hat, zeigt ein Vergleich der Umsatzrenditen (Umsatzrendite = Reinertrag/Gesamteinnahmen): So stieg diese Umsatzrendite bei Betrachtung aller Radiologiepraxen von 35,5 Prozent in 2022 auf 36,0 Prozent im Jahr 2023 an. Bei den Einzelpraxen fiel dieser Anstieg von 31,4 auf 37,0 Prozent deutlicher aus, während sich diese Kennzahl in den fachgleichen BAG sogar negativ entwickelt hat und von 36,4 auf 35,7 Prozent in 2023 gesunken ist.

Für das Jahr 2023 weist Destatis insgesamt 305 fachgleiche BAG im Bereich der Radiologie aus und zählt 1.165 Praxisinhaber. Im Vergleich zu 2022 ist die Zahl der BAG leicht angestiegen. In 2022 sind 298 BAG in die Zählung und Erfassung eingegangen. Dafür ist die Zahl der Einzelpraxen leicht gesunken, und zwar von 205 im Jahr 2022 auf 200 in 2023. Die Zahl von 200 wird allerdings von Destatis mit einem sogenannten relativen Standardfehler zwischen 10 und 15 Prozent angegeben und gilt damit als unsicher.

Im Hinblick auf die Größenklassen zeigt die Statistik einen Zuwachs bei den größeren fachgleichen BAG. So hatte es im Jahr 2023 insgesamt 102 fachgleiche BAG mit einem Umsatz von über 5 Mio. Euro gegeben, im Jahr zuvor waren es erst 89 BAG in dieser Umsatz-Größenordnung gewesen.

Kosten sind in 2023 lediglich moderat abgestiegen

Ursächlich für die steigenden Reinerträge waren zwar steigende Einnahmen insbesondere bei den Einzelpraxen, doch auch lediglich moderat steigende Kosten haben einen Anteil am Endergebnis. So musste die durchschnittliche radiologische Praxis im Jahr 2023 insgesamt Kosten in Höhe von 2,254 Mio. Euro decken, im Jahr zuvor waren es noch 2,240 Mio. Euro gewesen.

Ein wesentlicher Teil der Kosten entfiel auf das Personal, wenngleich insbesondere die größeren Praxen personell leicht geschrumpft sind: So arbeiteten in allen radiologischen Praxen zum Stichtag 30.09.2023 durchschnittlich 27,4 Personen einschließlich der Inhaberinnen und Inhaber. Im Jahr zuvor waren es noch 27,7 Personen gewesen. In Einzelpraxen waren im Schnitt 11,8 Mitarbeiter tätig, und damit rein rechnerisch 0,4 Personen mehr als im Vorjahr.

In fachgleichen BAG arbeiteten im Jahr 2023 rein rechnerisch 37,5 Menschen. Im Schnitt gab es dort 3,8 Praxisinhaber. Die größeren fachgleichen Radiologie-BAG bestanden 2023 durchschnittlich aus 67,6 Personen. In dieser Größenordnung ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Im Jahr 2022 waren in den großen Radiologie-Einheiten noch insgesamt statistische 76,4 Personen tätig.

Weiterführende Hinweise

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