PatientenversorgungGesellschaft für Interventionelle Radiologie beteiligt sich am Deutschen Shuntregister
Nach mehrjähriger Vorlaufzeit startete zum 01.01.2026 das deutsche Shuntregister. Es soll die Qualität von Dialysezugängen sichern und verbessern. Die Deutsche Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und minimal-invasive Therapie (DeGIR) ist eine der vier deutschen Fachgesellschaften, die das Shuntregister entwickelt haben und die die Daten auswerten. 40 Zentren für Dialysezugänge in Deutschland sind bereits zertifiziert.
DeGIR kooperiert mit weiteren Fachgesellschaften
Basis des Registers ist die Zusammenarbeit der DeGIR mit
- der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN),
- der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) sowie
- der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA).
Gemeinsam gründeten diese Fachgesellschaften eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) und stimmten Qualitätsstandards ab, die Voraussetzung zur Zertifizierung als interdisziplinäres Zentrum für Dialysezugänge sind. Inzwischen sind in Deutschland 40 dieser Zentren zertifiziert. Nur dort werden Daten für das Shuntregister erhoben. Der geschlossene Datenpool soll gewährleisten, dass qualifizierte Aussagen getroffen werden können.
„Mit dem deutschen Shuntregister schaffen wir erstmals eine belastbare, interdisziplinär abgestimmte Datengrundlage zur Qualität der Dialysezugangsversorgung in Deutschland”, so Prof. Dr. med. Marco Das, Chefarzt Diagnostische und Interventionelle Radiologie an der Helios St. Johannes Klinik Duisburg.
Erste Patientendaten aus der Vorlaufphase
In Deutschland erhalten pro Jahr etwa 50.000 Patienten einen Dialysezugang. Für das Shuntregister werden die Daten von allen Patienten erfasst, die in einem der 40 zertifizierten Zentren einen neuen Dialyseshunt oder einen neuen Dialysevorhofkatheter bekommen. Dazu gehören auch die Daten von Patienten unter 18 Jahren sowie von dementen Personen, deren Betreuer Auskunft geben. In einer Vorlaufphase, in der die Meldung noch nicht verpflichtend war, meldeten im Jahr 2024 bereits 32 Zentren insgesamt 3.915 Eingriffe. Ziel ist, einerseits bei größtmöglicher Wohnortnähe flächendeckend die Erstanlage von optimalen Gefäßzugängen in zertifizierten Zentren zu gewährleisten, gleichzeitig aber auch die Behandlung von Komplikationen auf hohem fachlichem Niveau rund um die Uhr anbieten zu können. Prof. Das erläutert: „Das Shuntregister ermöglicht es uns, Versorgungsprozesse transparent zu machen, Risiken frühzeitig zu erkennen und die Zertifizierung interdisziplinärer Zentren konsequent an messbaren Qualitätskriterien auszurichten.”
In einer Registerstudie sollen verschiedene Möglichkeiten des Dialysezugangs analysiert und miteinander verglichen werden. Dabei sollen im ersten Schritt Daten zur Operation ausgewertet werden, etwa
- zum Anteil der Vollnarkose gegenüber der lokalen Anästhesie oder
- zum Anteil der stationären gegenüber den ambulanten Eingriffen.
Auch geht es darum, welche Gefäße miteinander verbunden wurden und welche Faktoren die Funktionsfähigkeit des Shunts beeinflussen können. Relevant ist beispielsweise, ob der Patient bereits einen Dialysekatheter hatte, ob er eine orale Antikoagulation bekommt oder einen Schrittmacher hat. Ausgewertet werden zudem die Komplikationen innerhalb der ersten zwei Wochen. Im zweiten Schritt werden nach sechs Monaten erneut Daten erhoben, die etwas darüber aussagen, ob nachoperiert werden musste oder ob es andere Probleme gab.
Risiken rechtzeitig erkennen
Die Clarcert GmbH betreut als Dienstleister das Zertifizierungsverfahren und sendet jährlich an jedes Zentrum einen individuellen Bericht. So kann jedes Zentrum seine eigenen Werte mit dem Durchschnitt aller zertifizierten Zentren vergleichen. Hat ein Zentrum überdurchschnittliche Ergebnisse, bestätigt das die Qualität. Sind sie unterdurchschnittlich, kann es seine Prozesse hinterfragen und ggf. ändern. Auch die vier Fachgesellschaften nutzen die Ergebnisse. Sie werten die Shuntanlagen wissenschaftlich aus, um Risiken zu erkennen und frühzeitig zu reagieren.
- Details zum Zertifizierungssystem für Dialysezugangszentren finden Sie .
- Details zum Shuntregister finden Sie online bei der DeGIR.
(ID:50705833)
Sie möchten gerne kostenfrei weiterlesen?
Sie sind neu auf rwf-online.de?
Dann registrieren Sie sich bitte einmalig für das Radiologen WirtschaftsForum, um alle Beiträge kostenfrei in voller Länge lesen zu können.
RegistrierungSie sind bereits Leser des Radiologen WirtschaftsForum?
Super! Dann geben Sie bitte einfach Ihre E-Mail-Adresse an.